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So war der Kulturausflug ins Filmmuseum

Der Kulturausflug am 11.03. 2017 führte uns ins Museum für Film und Fernsehen. Dort wurden wir erwartet von dem sehr zugewandten Jan Becker, der uns knapp anderthalb Stunden durchs Filmmuseum leitete und viel zu berichten wusste über die Entstehung des Kinos und die ersten Filme. Er hatte sichtliche Freude daran uns sein Wissen mitzuteilen, was vor allem an den interessierten Fragen der altersdurchmischten Geschwister-gruppe lag. Der gesamte Inhalt der spannend gestalteten Übersichtsführung lässt sich hier nicht wiedergeben aber alle Interessierten, die nicht dabei sein konnten, können hier ein paar grundlegende Infos nachlesen: 

Eigentlich hat die Geschichte des Films auf Jahrmärkten angefangen. Dort wurden Schaubuden ausgestellt, in denen sehr häufig mit Hilfe von Stereoskopen optische Täuschungen präsentiert wurden. Erste Filmvorführungen wurden aber erst möglich durch zwei Erfindungen, die nahezu gleichzeitig vor über 120 Jahren in Frankreich und in den USA gemacht wurden. In Frankreich wurde ein sogenannter Kinematograf erfunden (1895). Dieses Gerät war Filmkamera und Abspielgerät in einem und ist im Museum ebenso zu sehen wie das Kinetoskop, das etwa zur gleichen Zeit in den USA entwickelt wurde. Das Kinetoskop bot jeweils einer Person Platz, um kurze Filme anzusehen.

In den folgenden Jahren verbreitete sich der Film in Gasthäusern, Hotels und auf Jahrmärkten. Schon  bald fanden in den Vereinigten Staaten und in Europa erste Filmvorführungen vor geladenem Publikum statt. 

Gefilmt wurden zunächst nur Alltagsszenen, die meist auch nur wenige Sekunden lang waren. Es waren fast ausnahmslos schwarz-weiße Stummfilme. Erst später begann man aktuelle Ereignisse, oder komische Geschichten zu filmen. Nach und nach entstanden die Gattungen Spielfilm, Komödie und Dokumentation. In kleineren Städten wurden Filme vorwiegend durch Wanderkinos gezeigt, die für einige Tage ihre Filme in Gasthäusern vorführten; in größeren Städten wurden hingegen Räume dauerhaft zu Vorführräumen für Filme umgestaltet. Zunächst gab es überall nur Stummfilme zu sehen.                  

Ende der 1920er Jahre wurde der Stummfilm durch den Tonfilm ersetzt. Anfangs ließ man während der Filmvorführung Schallplatten spielen, die dann Musik und Sprache zum Film bereitstellten. Da die Synchronisation aber sehr schwierig war, ersetzte man dieses so genannte Nadeltonverfahren bald durch das Lichttonverfahren, bei dem am linken Bildrand ein Streifen für die Tonspur reserviert war Die neuesten Tonverfahren sind Dolby Stereo und schließlich Dolby Digital, die heute bei Kinofilmen Verwendung finden. Mit der Erfindung des Fernsehens schwand die Popularität des Kinofilms zusehends. Die Zuschauer-zahlen gingen stark zurück und konnten auch durch neue technische Errungenschaften wie 3D-Technologie oder Breitwandvorführungen nur sehr kurzzeitig wieder erhöht werden.

Der Museums-Guide Herr Becker hat uns noch viel mehr interessante Dinge gezeigt. Unbedingt erwähnt sei an dieser Stelle der Spiegelsaal. Die Seitenwände, die Decke und ein Teil des Fußbodens dieses acht Meter hohen Raumes sind mit 141 Spiegeln verkleidet. Auf diesen werden Filme gezeigt und einige füllen den ganzen Raum aus, andere nur den Teil einer Wand, manche Szenen sind dreigeteilt, dann wieder sind Ausschnitte aus verschiedenen Filmen zu einem Bild komponiert und erzählen eine eigene Geschichte.

Wir hätten noch länger im Museum für Film und Fernsehen verweilen können. Es ist ein Ort voller spannender Geschichten. Die Übersichtsführung aber war zeitlich begrenzt. Im Rahmen des IMKL Projekts wird der inklusive Familienworkhsop Mein eigener Trickfilm (Sonntag, 26.03.2017) uns erneut ins Museum für Film und Fernsehen führen. Wer möchte, kann sich dann im Anschluss an den Workshop noch ein wenig im Museum umschauen.

 

 

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