· 

SO WAR DER INKLUISVE GRAFFITI WORKSHOP


Der Untertitel der kreativen IMKL Familienworkshop-Reihe lautet: Kreativität kennt keine Grenzen. Diese angestrebte Grenzenlosigkeit bezieht sich ebenso auf die Freiheit im schöpferischen Ausdruck als auch auf die jeweilige Gruppenzusammensetzung, die wir uns in jeder Hinsicht so vielfältig wie möglich wünschen. Das ist bisher schon ganz gut gelungen aber es kann immer noch mehr werden. Die Gruppenzusammensetzung im letzten Workshop (Graffiti Workshop – Archiv der Jugendkulturen) war erfreulich bunt und es hat große Freude gemacht, dem inklusiven Miteinander beizuwohnen. 

 

Der inklusive Familienworkshop hat im Archiv der Jugendkulturen stattgefunden und wurde von Phillipp angeleitet. Zu Beginn gab es eine kurzen Überblick über die Entstehungsgeschichte von Graffitis, der hier nur stichpunktartig und ohne Anspruch auf Vollständigkeit wieder gegeben werden kann: 

  • Im Grunde lässt sich das Bemalen oder Beschreiben von Wänden zurückverfolgen bis in die Zeit der Höhlenmalerei.  
  • Die modernen Graffiti entstanden aber mit den Anfängen des Hip Hop im New York der 70er Jahre.
  • Der erste bekannte Writer “Graffiti Sprüher” war ein New Yorker Pizzajunge, der sich den Namen Taki 183 ausdachte und diesen mit dünnem Filzer an Häuserblocks geschrieben hat.
  • Nachdem immer mehr Zeitungen darüber berichtet hatten, kamen immer mehr Jugendliche auf die gleiche Idee.
  • Anfangs waren die tags sehr einfache Schriftzüge, doch man begann in den siebziger Jahren immer mehr mit der Spraydose zu experimentieren. Die Buchstaben wurden größer und aufwändiger gestaltet. 
  • Die tags dienten Jugendgangs auch dazu, ihre Bezirke der Stadt mit ihrem Zeichen zu versehen. Dadurch steckten sie ihr Gebiet ab und machten auf sich aufmerksam. Vor allem die weniger beachteten Jugendlichen aus den ärmeren Stadteilen New Yorks wollten dadurch Aufsehen erregen und respektiert werden. 
  • Nachdem alle möglichen Stellen der Stadt mit tags versehen waren, entdeckte man die U-Bahn-Züge als ideale Objekte, da sie den Vorteil hatten, dass sie fuhren und auf diese Weise die tags an vielen Stellen der Stadt veröffentlichten. Von den Jugendlichen wurde es in Kauf genommen, dass sie teilweise große Risiken eingingen, da sie an schwer zugänglichen oder gefährlichen Stellen sprayten.
  • Wurde anfangs stets nur negativ über die Graffiti-Writer gesprochen, so entdeckte man Anfang der achtziger Jahre auch die positiven Aspekte.

Nach dem kurzen Vortrag hatten die Teilnehmenden Gelegenheit einen eigenen "tag" an die Wand zu malen. Es ging erst ein Mal nur darum ein Gefühl fürs sprayen zu entwickeln. Das eigentliche "Bild" sollte später entstehen. Während der Workshopleiter Phillipp die ersten Versuche für das spätere Werk wieder weiß übermalte, arbeitete die Gruppe drin jeweils an ihren Entwürfen, die später draußen umgesetzt werden sollten. Anschließend bekam jeder eine Fläche für sich allein zugeordnet. Das Ziel war aus vielen gemeinsamen Entwürfen etwas Gemeinsames entstehen zu lassen.  Alle waren mit Eifer dabei. Einige „malten“ miteinander, andere alleine. Der eine oder andere Farbklecks landete auch auf den Klamotten oder auf der Brille oder in den Haaren aber das wurde mit Humor genommen. Insgesamt war dieser Nachmittag im Graffiti Archiv ein in jeder Hinsicht bunter und vergnüglicher Nachmittag und im entstandenen Werk konnte die Vielfältigkeit der Gruppe eindeutig herausgelesen werden. 

Vielen Dank an alle, die dabei waren. 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0