· 

Orientalische Puppen & Asure - so war der Workshop

Im inklusiven Familienworkshop wurde vermittelt, wie sich aus einfachen Materialien Puppen anfertigen lassen, die aussehen wie Figuren aus dem Märchen von Tausend und eine Nacht. Im kreativen Prozess wurden die in der Gruppe schlummernden kreaitven Talente sichtbar. Fatima beispielsweise ist von Beruf Schneiderin und unterstützte viele der anderen Teilnehmerinnen mit tollen Ideen für kleidsame Puppenkostüme. Die Puppen von Nelida und ihren Töchtern Valentina und Matilde hatten einen ganz besonderen Charakter. Darauf angesprochen berichtete Nelida, dass sie in Chile das Puppenmachen in einem einjährigen Kurs erlernt hat und selber in der Lage wäre einen solchen Kurs anzuleiten.  Auch alle anderen Anwesenden haben tolle Puppen angefertigt. Einige sind mit ihren Puppen nicht ganz fertig geworden, weil sie anderen geholfen haben aber alle haben sich vorgenommen die nicht fertigen Puppen zu Hause fertigzustellen.  Zum Schluss waren es dennoch genug Puppen, die in die Kamera gehalten werden können.

 

Eine Besonderheit dieses Nachmittags war, dass eine Teilnehmerin anlässlich des 30. Septembers (Aschura Tag 2017) eine selbst zubereitete Speise (süß mit Mandeln, Nüssen, Hafer und anderen Getreidearten) für alle mitgebracht hatte. Beim gemeinsamen Verzehr erklärten Birgül, Fatima und Ebru die Hintergründe: Der Monat Muharrem (in dem der 10. Tag als „Aschura-Tag“ bezeichnet wird) hat im Islam eine bedeutende Stellung. Er ist einer der vier heiligen Monate, in denen unter anderem jegliche Form der Auseinandersetzung untersagt ist und jeder zum Frieden aufgerufen ist. Zudem wird vom Propheten Muhammed überliefert, dass viele prophezeite und wichtige Ereignisse am 10. Muharrem eintraten. Der Prophet Moses soll an diesem Tag beim Auszug aus Ägypten das Rote Meer durchquert haben. Die Wunden des Propheten Hiob sollen am Aschura-Tag von Gott geheilt worden sein. Noah und die Überlebenden der Arche wollten ein Festessen kochen, um diesen Anlass (die Erlösung von der Sintflut) zu feiern. Da sie jedoch nur noch wenige Nahrungsmittel hatten, haben sie alles, was noch übrig war von den Vorräten, zusammengetan und damit ein Festessen gekocht. Dieses, ebenfalls gleich genannte, Aschura-Essen oder einfach Aschure, habe sich durch die Gnade Gottes vermehrt, so dass jeder satt wurde.

Obwohl Jahrhunderte vergangen sind, wird am 10. Muharrem in vielen muslimischen Haushalten traditionell eine Süßspeise mit demselben Namen (Aschura oder Aschure) gekocht und verteilt. Somit erinnert man sich an die Geschichten der Propheten und der damaligen wichtigen Ereignisse. Dadurch wird bis heute die Tradition der Aschura aufrechterhalten und es wird so auch gleichzeitig der Dialog unter den Menschen und zwischen den Kulturen gefördert.

 

Wir waren heute also nicht nur kreativ, sondern haben zugleich etwas Neues über die islamische Kultur gelernt. Vielen Dank. 

 

 

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0