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So war die Veranstaltung im buddhistischen Tempel

In der Reihe Feierabend am Nachmittag – Feste einer Welt waren wir am vergangenen Freitag mit einer inklusiven Gruppe von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Kadampa-Meditationszentrum, das zugleich auch ein buddhistischer Tempel ist. Tempel sind heilige Orte, an denen friedensstiftende Segnungen und kraftvolle Eindrücke im Geiste empfangen werden können. Begrüßt wurden wir von der buddhistischen Nonne Roma und von dem buddhistischen Mönch Annanda, der für Fragen zum Buddhismus zur Verfügung stand. Nachdem alle eingetroffen waren, bat er uns in den Gebetsraum. Zu Beginn hat er die Gruppe eingeladen zu einer einfachen angeleiteten Meditation, die vor allem zum Ziel hatte den Geist zur Ruhe kommen zu lassen. Das war viel weniger leicht, als es sich anhörte aber alle haben es versucht. Annanda nutze diese kleine Übung, um auf einfach Weise das Wesen des Buddhismus zu erläutern. Laut Buddha entstehen menschliche Probleme und Leiden alle aus verwirrten und negativen Zuständen des Geistes, wohingegen all unser Glück aus friedvollen und positiven Geisteszuständen entsteht. Die Meditation ist eine Möglichkeit den Weg zum inneren und auch äußeren Frieden zu finden.

Annanda sah im Weiteren davon ab, einen Vortrag zu halten. Wichtiger war es ihm die Anwesenden zu konkreten Fragen zu ermutigen.Und unsere tolle Gruppe ließ sich nicht lange bitten. Es gab ganz viele Fragen. Ein paar davon sollen hier aufgeführt werden: Gibt es im Buddhismus ein Buch, das mit dem Koran vergleichbar ist? In welcher Sprache ist es geschrieben? Dürfen buddhistische Nonnen und Mönche heiraten?  Gibt es im Buddhismus so etwas wie eine Hölle? Wie geht der Buddhismus mit Andersgläubigen um? Muss man Buddhist sein, um in den buddhistischen Tempel kommen zu dürfen? Gibt es im Buddhismus einen Unterschied zwischen Frauen und Männern? Was bedeuten die goldenen Zeichen an den Holzvertäfelungen vom Gebetsraum? Welche Bedeutung hat die Mönchkleidung und warum ist sie in den Farben rot und gelb gehalten? Wird im Buddhismus gefastet und wenn ja wie? Welche Feiertage gibt es im Buddhismus? Wie wird man ein buddhistischer Mönch? Warum haben Buddhisten eigene Namen? Hat Yoga was mit Buddhismus zu tun?

Der buddhistische Mönch war erfreut über die vielen Fragen, die ebenso von den Erwachsenen als auch von den Kindern und Jugendlichen gestellt wurden. In den Antworten war immer wieder von Liebe, Güte und Geduld mit dem eigenen Selbst als auch mit den Mitmenschen die Rede. Ebenso offenbarte sich eine Akzeptanz für andere Religionsrichtungen. Der Buddhismus will Inspiration sein für alle jene, welche innerhalb der buddhistischen Religion nach Lösungen für tägliche Probleme suchen und ist ebenso bestrebt Praktizierende aller Glaubensrichtungen zu ermutigen, ihr Verständnis des spirituellen Pfades zu vertiefen. So beschreibt Annanda das Kadampa Meditationszentrum auch als einen Ort, der allen Menschen offen steht und der ebenso von Buddhist*innen besucht wird als auch von Menschen, die sich keiner oder einer anderen Religion zugehörig fühlen. Alle sind willkommen. Natürlich kann ein anderthalbstündiges Gespräch nicht viel mehr vermitteln als einen oberflächlichen Einblick in die buddhistische Religion. Der aber hat ausgereicht um erlebbar zu machen, dass alle Anwesenden – ganz unabhängig von ihrer Religion - genauso wie sie sind immer willkommen sind.

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